Die KFO 247

Mit der tiefen Hirnstimulation (THS, „Hirnschrittmacher“) kann eine beeindruckende und anhaltende Verbesserung der motorischen Symptome beim idiopathischen Parkinsonsyndrom (IPS), der Dystonie und dem Tremor erzielt werden. Zudem sind erste Therapieerfolge mit THS bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen zu verzeichnen. Allerdings ist der genaue Wirkmechanismus der THS bisher nicht verstanden.

Die zusammen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Charité geförderte Klinische Forschergruppe (KFO) 247 verfolgt das Ziel, mit einem interdisziplinären translationalen Ansatz den Wirkmechanismus der THS i) auf zellulärer Ebene im Tierexperiment (Projekte 1, 2 und 10) und ii) auf systemphysiologischer Ebene am Menschen (Projekte 3, 4, 5, 6, 8 und 10) zu erforschen und iii) neue Zielgebiete der THS in klinischen Studien (Projekte 9 und 10) zu evaluieren, um langfristig die klinische Anwendung der THS zu optimieren.

Konkret sollen die Effekte der kontinuierlichen THS auf synaptische Plastizität sowie Neuroprotektion und Neurogenese im Tierexperiment untersucht werden. Als Grundlage für ein systemphysiologisches Gesamtkonzept zu Effekten und Nebenwirkungen der THS beim Menschen soll die physiologische Rolle der Basalganglien (BG) bei motorischen Aufgaben, Sprachverarbeitung und emotionaler Reizverarbeitung untersucht werden. Dabei soll das Zusammenspiel von BG und Kortex durch die Untersuchung der raum-zeitlichen Dynamik frequenzspezifischer Oszillationen und deren funktionelle und anatomische Konnektivität charakterisiert und in Bezug zu den motorischen und behavioralen Defiziten der Patienten gesetzt werden.

Darüber hinaus soll in zwei klinischen Studien die Effektivität der THS für neue Zielgebiete bei Patienten mit IPS und Depression evaluiert werden. Langfristig ist durch diese Erkenntnisse eine deutliche Therapieoptimierung der THS durch bessere Zielpunktfindung und Feinabstimmung der Stimulationsparameter, z.B. durch exakte frequenzspezifische Interferenz mit pathologischen Oszillationen bei Aufrechterhaltung physiologischer Aktivität zu erwarten.